Spenden Kontakt

Kompetenzzentrum TMJ

DCS-Logo

Das TMJ-Ausbildungsprogramm

Ein umfassendes Ausbildungskonzept für die Kiefergelenkchirurgie — von den Grundlagen bis zur operativen Exzellenz.

Eine zentrale Stärke des TMJ-Ausbildungsprogramms liegt in seiner Fähigkeit, Chirurgen aus verschiedenen Fachgebieten – Allgemeinzahnärzte, Kieferorthopäden, allgemeine Kieferchirurgen und fortgeschrittene Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen – in einen strukturierten, stufenweisen und zertifizierten Ausbildungsweg zu integrieren. Der Lehrplan ist bewusst so konzipiert, dass er die Teilnehmer von den Grundlagen bis hin zu fortgeschrittenen chirurgischen Fertigkeiten führt und so einen sicheren, evidenzbasierten Lernfortschritt gewährleistet.

Um die weltweite Zugänglichkeit zu verbessern, wird das Programm von TMJ-Ausbildungszentren in Asien und Europa unterstützt. Diese Zentren dienen als Dreh- und Angelpunkte für praktisches Lernen, Simulationsübungen, Training an Leichen und die Fortbildung der Lehrkräfte. Ergänzend zu diesen physischen Zentren bietet das Programm theoretische Online-Module und Blended-Learning-Formate an, sodass Teilnehmer weltweit unabhängig von ihrem Standort Zugang zu Zusatzkursen und Kernmodulen haben.

In jeder Phase beschäftigen sich die Teilnehmer mit klinischen Fallstudien, die sorgfältig aus einer der weltweit größten Datenbanken für Kiefergelenkchirurgie ausgewählt wurden. So wird sichergestellt, dass sowohl das theoretische Verständnis als auch die praktischen Fähigkeiten auf authentischen klinischen Erfahrungen basieren. Durch diese umfassende und leicht zugängliche Struktur bietet das Programm einen klaren, standardisierten und wissenschaftlich validierten Weg zur Beherrschung moderner chirurgischer Techniken im Bereich des Kiefergelenks.

Zertifizierung – Anerkennung der Kompetenz auf jeder Stufe

Das gesamte fallbasierte Lernen ist vollständig in das von der Deutschen Chirurgiestiftung verantwortete Zertifizierungsprogramm des Kurses integriert. Nach Abschluss jeder Stufe erhalten die Teilnehmer:

  • ein stufenspezifisches Zertifikat, das die nachgewiesene Kompetenz widerspiegelt
  • die Berechtigung zur Teilnahme an Fortgeschrittenenmodulen und klinischen Praktika
  • Internationale akademische und berufliche Anerkennung

Diese strukturierte Zertifizierung stellt sicher, dass die Teilnehmer keine „Schritte überspringen“, sondern einem sorgfältig konzipierten, sicheren und kompetenzorientierten Lernpfad folgen.

Ein abgestufter Lehrplan für die schrittweise Kompetenzentwicklung

I. Ergänzungsprogramm – Grundlagen der Kiefergelenk- und kraniofazialen Funktion

Zielgruppe: Allgemeinzahnärzte, Kieferorthopäden, Assistenzärzte der Oralchirurgie und Kliniker, die neu in der Kiefergelenkforschung sind.

Inhaltsübersicht: Fallstudien veranschaulichen die Biomechanik des Kiefergelenks, die Auswertung von CBCT- und MRT-Aufnahmen, frühe TMD-Muster sowie die Funktionsanalyse und bereiten die Teilnehmer auf fortgeschrittene diagnostische Schlussfolgerungen in den Kernmodulen vor.

Zu den wesentlichen interdisziplinären Grundlagen gehören:

  • Okklusion, Kieferorthopädie und deren Zusammenhang mit der Biomechanik des Kiefergelenks
  • Grundlagen von CBCT und MRT mit Schwerpunkt auf der Auswertung von TMD-Bilddaten
  • Kraniofaziale Traumata und Deformitäten sowie deren Zusammenhang mit der Kiefergelenkspathologie
  • Digitaler Planungsablauf (VSP) und virtuelle Beurteilung der Gelenkposition
  • Kiefergelenkspathologie, Untersuchungstechniken und funktionelle Beurteilung


II. Kernmodul – Kernkonzepte der chirurgischen Behandlung des Kiefergelenks I

Zielgruppe: Kliniker mit Grundkenntnissen über das Kiefergelenk, die strukturierte diagnostische Fähigkeiten erwerben möchten, bevor sie chirurgische Behandlungswege einschlagen.

Inhaltsübersicht: Fallstudien führen die Teilnehmer durch die Differentialdiagnose, die Analyse der Gelenkscheibenposition, die Funktionsbeurteilung, die Prinzipien der konservativen Behandlung sowie den Übergang von nicht-chirurgischen zu chirurgischen Indikationen.

Zu den Kernkompetenzen gehören:

  • Umfassende Kiefergelenksdiagnostik, Symptombewertung und Funktionsanalyse
  • Auswertung fortgeschrittener Bildgebungsverfahren, einschließlich der MRT-basierten Beurteilung der Gelenkscheibe
  • Konservative und minimalinvasive Behandlungsstrategien
  • Evidenzbasierte Entscheidungsrahmen für die Auswahl chirurgischer Indikationen
III. Fachmodul – Kernkonzepte der Kiefergelenkchirurgie II

Zielgruppe: Chirurgen, die sich auf eine fortgeschrittene chirurgische Ausbildung im Bereich des Kiefergelenks vorbereiten, einschließlich endoskopischer, arthroskopischer, offener und rekonstruktiver Verfahren.

Inhaltsübersicht: Die Teilnehmer analysieren den gesamten chirurgischen Arbeitsablauf mit Schwerpunkt auf intraoperativer Entscheidungsfindung, Nahttechnik und Instrumentierung, dem VSP-Arbeitsablauf sowie der multidisziplinären Planung der Kiefergelenk- und orthognathen Rekonstruktion.

Der Fortgeschrittenenkurs umfasst:

  • Endoskopische Diskusreposition unter Verwendung der patentierten Instrumente und Nahtsysteme der Yang-Methode (Endoskopisches Diskusrepositionssystem)
  • Arthroskopische Verfahren, von therapeutischen Eingriffen auf mittlerem Niveau bis hin zu fortgeschrittenen Techniken
  • Offene Gelenkchirurgie und vollständiger Gelenkersatz (TJR), einschließlich der Planung maßgeschneiderter Prothesen
  • Hybrides endoskopisches Simulationstraining zur Beherrschung der Fertigkeiten vor der Durchführung von Live-Eingriffen
  • Planung komplexer Fälle unter Einbindung digitaler Arbeitsabläufe, VSP und multidisziplinärer Zusammenarbeit
IV. Mini-Residency – Intensivtraining zur fortgeschrittenen Kiefergelenkchirurgie (6-tägiges klinisches Praktikum)

Zielgruppe: Chirurgen, die die vorherigen Module abgeschlossen haben und bereit sind für den Einsatz in der klinischen Praxis.

Inhaltsbeschreibung: Die Teilnehmer nehmen an der Beobachtung von Live-Operationen, VSP-Planungsbesprechungen, der postoperativen Nachsorge sowie an multidisziplinären Fallbesprechungen teil und verbinden dabei alle bisherigen theoretischen und simulationsbasierten Schulungen mit realen klinischen Arbeitsabläufen und Patientenergebnissen.

Die Ausbildung findet im Shanghai Ninth People’s Hospital statt, einem der weltweit führenden Zentren für Kiefergelenkchirurgie:
  • Beobachtung zahlreicher Kiefergelenksoperationen, darunter endoskopische, arthroskopische und rekonstruktive Eingriffe
  • Teilnahme an Besprechungen zur virtuellen Operationsplanung (VSP) und okklusalen Simulationen
  • Teilnahme an fallbezogenen Board-Reviews und multidisziplinären Besprechungen mit dem TMJ-Team des Direktors
  • Praktische Einbindung in klinische Arbeitsabläufe, wobei theoretisches Wissen mit praktischen Operationsabläufen verknüpft wird